Ein Mofa restaurieren

Wer sein Mofa oder Moped restaurieren möchte weiß oft gar nicht, wo er anfangen soll. In diesem Beitrag geben wir euch ein paar Tipps und zeigen, wie wir dabei vorgehen. Vom Lackieren bis zur Motor Revision.


Die Grundlage einer Restauration ist meist ein entweder stark verbasteltes oder sehr heruntergekommenes 2-Rad. Viele Fehlteile oder z.T. verrostete Teile machen das ganze sehr schwer, kosten Zeit und vor allem Geld. Ein strukturiertes Vorgehen ist dabei deshalb sehr wichtig.

Werkzeuggrundlage:

Werkzeugkoffer mit allen Grundlagen: Proxxon Werkzeugkoffer *

Übersicht verschaffen

Zu aller erst ist es bei einer kompletten Restauration ratsam, das Mofa komplett zu zerlegen. Das hat zum einen den Vorteil, dass man sich eine Liste anfertigen kann, welche Teile noch fehlen. Zum Anderen kann man sich so jedem Teil einzeln widmen und es so herrichten, dass es zum gesamt Bild passt.

Unsere Ciao aus den 70ern, komplett zerlegt

Da Oldtimer Teile oft schwer zu finden sind, lohnt es sich hier frühzeitig auf die Suche nach Ersatzteilen zu gehen. Auch Verschleißteile sollte man zeitnah ordern, da sich so Verzögerungen vermeiden lassen.

Einzelteile herrichten

Hat man das Moped zerlegt, kann man sich den einzelnen Teilen widmen. Es ist ratsam, hier mit dem Rahmen und seinen Anbauteilen wie Gabel und Räder zu beginnen. So kann man die folgenden Teile direkt verbauen.
Wenn der originale Lack nicht mehr zu retten ist und lackiert werden soll, haben wir >hier< eine Anleitung wie das am Besten funktioniert verlinkt.

Nun kann man sich den einzelnen Teilen widmen. Die Hauptarbeit beim Mofa restaurieren wird dabei aus Putzen bestehen. Alle Teile wollen gereinigt werden. Sieht zum Einen besser aus, zum Anderen dient es der Konservierung und erhöht die Haltbarkeit. Hier ein paar Teile im Überblick und was daran zu tun ist:

Beispiele

Tank: Hat der Tank innen Rost angesetzt, sollte man ihn entrosten. (Anleitung dazu gibt es -> hier). Außerdem sollte er danach versiegelt werden. Versiegelung findest du z.B. hier:

Gussteile: An Moped sind oft viele Gussteile verbaut. Bsp. Ankerplatte der Bremse oder der Motor. Hier bietet eine Messing-Drahtbürste oft eine sehr gute Abhilfe. In eine Standbohrmaschine eingespannt, kann man den groben Dreck und die Rückständen der letzten Jahrzehnte leicht entfernen.
Den besagten Aufsatz gibt es hier: .

vorher
nachher

Motor: Zu jeder guten Restauration gehört meist auch eine Motor Revision. Alle Lager, Simmeringe und Dichtungen sollten erneuert werden. So hat man nach dem Zusammenbau auch den Vorteil einen Motor zu haben, der die nächsten paar Tausend Kilometer hält. Auch der Vergaser sollte gereinigt und die Dichtungen und Düsen evtl. ersetzt werden. Die gibt es meist im Set, zum Beispiel bei jmpbteile.de.

Ciao Motor, bereit überholt zu werden

Auspuff: Oft sehr verrostet, aber optisch ein potentieller Hingucker. Viele originale Mofa Auspuffe sind nicht verchromt und können einfach mit der Drahtbürste entrostet werden (https://amzn.to/2rvLA2a *). Danach ist bei der Lackierung darauf zu achten, dass ein Hitzefester Lack verwendet wird, wie dieser: .

Räder und Reifen: Oft unterschätzt aber beim Mofa Restaurieren ein wichtiger Punkt: die Reifen.
Diese sind meist nach Jahren der Standzeit porös und nicht sehr ansehnlich. Klar ist, neue Reifen machen sowohl Fahrtechnisch als auch optisch einen großen unterschied. Wie man Reifen einfach wechselt haben wir hier schnell und einfach erklärt.
Bei den Felgen ist es schon schwieriger. Gussfelgen kann man relativ leicht lackieren. Bei verchromten Speichenfelgen ist es nicht so einfach. Ist der Chrom nicht komplett durchgerostet, kann man es z.B. mit Cola und Alufolie probieren. Ist das Problem größer, hilft evtl. feines Schleifpapier oder eine Messingbürste wie diese -> .


Die wichtigsten Werkzeuge zum Mofa restaurieren


Als besonders hilfreich hat sich der Drahtbürstenaufsatz für die Standbohrmaschine erwiesen. Alle Teile mit unempfindlicher Oberfläche lassen sich damit leicht, auch von hartnäckigem Dreck, säubern. Bei empfindlicheren empfiehlt sich Messing.

Drahtbüste: https://amzn.to/2O2UcVo *
Messingbürste: https://amzn.to/2NxHkYy *

Tipp: mit diesen kleinen Bürsten, lassen sich viele kleine Stellen erreichen und kommen bei uns fast täglich zum Einsatz: https://amzn.to/33BDmUf *

Nachdem alles sauber ist, sollte es auch poliert werden um kleinste Kratzer zu entfernen und einen wahren Hingucker zu erzeugen. Entweder per Hand oder am Polierbock. Das ganze geht sehr schnell und macht zum Beispiel bei einem Auspuff z.T. einen Unterschied wie Tag und Nacht.

Polierbock: https://amzn.to/36QOkaE *
Per Hand: https://amzn.to/2CjK3i1 *

Da es an einem Mofa sehr viele kleine Teile gibt und nicht immer dickes Gerät gefragt ist, ist ein Dremel der perfekte Allrounder. Mit den verschiedenen Aufsätzen kann man bohren, schleifen, fräsen, polieren und und und. Nicht nur bei einer Restauration, sondern auch im Werkstattalltag ein must have.

Dremel, den auch wir fast täglich benutzen: https://amzn.to/2p4akgX *
Aufsätze: https://amzn.to/2Hxanc4 *

Alles bereit zur Motor Revision

Zusammenbau

Hat man alle Einzelteile fertig gestellt und wieder hergerichtet, geht es ans Zusammensetzen des Mofas. Sicher der beste Part am Mofa restaurieren, da man seine ganze Arbeit in voller Gänze bewundern darf.

Unsere Ciao, fertig zusammengesetzt

Hierbei geht man eigentlich genau so vor, wie man es gewohnt ist. Einfach in umgekehrter Reihenfolge, wie beim Auseinanderbauen. Oft fehlen hier Schrauben, Bolzen o.ä.. Diese zu ersetzen ist oft nicht teuer und rundet das Gesamtbild optisch ab. Einen Vorrat neuer Schrauben der gängigen Größen sollte natürlich in keiner guten Werkstatt fehlen. Sind die Teile neu lackiert und der Auspuff glänzt in alter Schönheit, kann eine alte Schraube das Gesamtbild schnell kaputt machen. Wieder eine Stelle, an der man mit wenig Geld und Aufwand optische Akzente setzen kann.


Anhang: Teilrestauration

Eine Restauration ist oft sehr kostspielig. So kann selbst die Restauration eines Mofas, welches man für 100 Euro erstanden hat schnell an die 500-600 Euro kosten. Eine Alternative für alle, deren Budget begrenzt ist, oder deren 2-Rad noch gut in Schuss ist, ist die Teilrestauration. Hier nimmt man sich nicht jedes Teil einzeln vor, sondern bringt sein Schmuckstück wieder in einen alltagstauglichen Zustand.
Ein Beispiel dafür ist unser MZ TS 250 Gespann:


In diesem Beispiel haben wir zuallererst die Stoßdämpfer getauscht, da diese ihren Zenit bei weitem überschritten hatten. Viele Anbauteile, wie Gepäckträger und Schwinge waren angerostet und wurden neu lackiert.
Auch einige andere Teile wurden ersetzt oder hergerichtet, allerdings blieben Rahmen Motor etc. unangetastet. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Zwar ist die MZ nicht komplett restauriert, aber es wurden die Schwachstellen beseitigt und das Ganze optisch aufgewertet. Alles für unter 100€. Auch der TÜV war zufrieden.


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